Behandlung von Hallux valgus ( Ballenfuß )

Ursachen für Hallux valgus

Vielfältige Ursachen werden dem Krankheitsbild zugeordnet. Einen echten Beweis für oft genannte Ursachen wie z.B. das Tragen zu enger Schuhe gibt es nicht. Sehr häufig kommt der Hallux valgus unabhängig von der Schuhmode familiär gehäuft vor.

Wie tritt der Hallux valgus ( Ballenfuß ) in Erscheinung

Trotz der offensichtlichen Fehlstellung empfindet nicht jeder Mensch dies als krankhaft. Meist stört der Ballen, weil er durch die Fehlstellung der Großzehe prominent wird. Es kann hier zu Schleimhautentzündungen („Bursitis“) kommen. Im fortgeschrittenen Fall verdrängt die große Zehe
weitere kleinere Zehen, die dann zum Fußrücken hin ausweichen müssen und im Schuh drücken und schmerzhafte Schwielen bilden können („Hammerzehe“).

Eine vermehrte Beweglichkeit im Basisgelenk des ersten Mittelfußknochen kann zur Folge haben, dass beim Abrollen dieser erste Mittelfußknochen fälschlicherweise nicht genug Körpergewicht übertragen kann, so dass der zweite und ggf. auch der dritte Mittelfußknochen überlastet werden. Dies kann schmerzhafte Schwielen unter den besagten Knochen an der Fußsohle nach sich ziehen („Instabilität am 1. Tarsometatarsalgelenk“)

Diagnostik des Ballenfußes

Eine sorgfältige klinische Untersuchung des Arztes und Röntgenbilder des Fußes, am besten unter Belastung, weisen den Weg zur korrekten Abschätzung Ihrer Erkrankung. Nur selten sind Spezialröntgenaufnahmen oder weitergehende Untersuchungen notwendig. Man untersucht unter anderem den Winkel zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen, den so genannten Intermetatarsalwinkel.

Auch die klinische Untersuchung spielt eine große Bedeutung in der Therapieentscheidung.

Behandlung des Ballenfußes

Grundsätzlich sollten Sie nur dann behandelt werden, wenn Beschwerden vorliegen. Eine konservative (=nicht-operative) Therapie ist nicht
dauerhaft Erfolg versprechend. Man kann weites bequemes Schuhwerk, krankengymnastische Übungen, Einlagen und Korrekturbandagen einsetzen, um vorübergehend Beschwerden zu lindern. Eine definitive Therapie ist dagegen operativ.

Über 100 verschiedene Operationsmethoden

Es gibt weit über 100 verschieden Operationsmethoden für den Hallux valgus, von denen wir gezielt mit Ihnen entscheiden, welche Operation wir Ihnen anbieten können. Ziel der Behandlung sollte es sein, die Beschwerden dauerhaft zu beheben, damit die Fehlstellung nicht wiederkehrt. Das Gelenk der Großzehe sollte (wenn möglich) beweglich gehalten werden.

Der Hautschnitt ist längs verlaufend an der Innenseite des Großzehengelenkes bis etwa zur Mitte des Mittelfusses.

Folgende Operationsmethode(n) sollen bei Ihnen durchgeführt werden:

Weichteileingriff:

Ein Weichteileingriff ist bei den meisten Operationen die Basis und für sich alleine nur selten ausreichend. Hier wird durch den selben Zugang oder einen gesonderten Schnitt die geschrumpfte Kapsel und der Muskel, der den Großzeh nach innen zieht, durchtrennt und die geschwächte Kapsel unter dem Ballen gerafft. Meistens muss eine ergänzende Korrektur am Knochen die Fehlstellung beseitigen.

Chevronsteotomie:

Diese Korrekturen nehmen wir unterhalb des Köpfchens vor, indem V-förmig der Knochen durchgesägt, zur Seite verschoben und mir einer Schraube fixiert wird. Dieses Verfahren kann bis zu einem mittleren Schweregrad eingesetzt werden.

Röntgenbild Hallux valgus - nach der Operation

Röntgenbild vom Hallux valgus nach dem Eingriff.

Lapidusarthrodese:

Wenn die Ursache in der oben erwähnten Instabilität am Basisgelenk des ersten Mittelfußknochens zu finden ist, so ist dieses Gelenk zu beweglich. Gelenke an der Fußwurzel sind normalerweise starr, sonst würde das Fußgewölbe zusammenbrechen. Deshalb wird mit der Blockierung dieses Gelenkes die normale Anatomie wieder hergestellt. Gleichzeitig wird durch Knochenkeilentnahme an diesem Gelenk die Fehlstellung korrigiert. Eine Schraube und eine stabile Platte sorgen dafür, dass Sie meistens gipsfrei nachbehandelt werden können. Der Hautschnitt ist hier etwas länger, weil ja das korrigierte Gelenk weiter entfernt liegt.

Röntgenbild 

Großzehengrundgelenksarthrodese:

Bei schwersten Fehlstellungen, gleichzeitiger Arthrose des Gelenkes oder einem Wiederholungsfall kann es sein, dass wir mit Ihnen besprechen, das Gelenk knöchern zu blockieren, was den großen Vorteil hat, dass bei Arthrose die Schmerzen ausgeschaltet werden und bei einer groben Fehlstellung der Operationserfolg sicherer ist.

Röntgenbild Hallux valgus

Röntgenbild vom Hallux valgus vor und nach dem Eingriff.

OP nach Keller-Brandes:

Weil bei diesem Verfahren mit Resektion der Basis des Großzehengrundgliedes die kurzen Beugesehnen vom Grundgelenk entfernt werden, kann es zu einem störenden Zehenhochstand kommen. Deshalb wird diese Operation bei uns nur noch in Ausnahmefällen angeboten. Eine zusätzliche Fixierung mittels eines Drahtes wird meistens durchgeführt.

Narkose

Unsere erfahrenen Narkoseärzte werden vor der Operation mit Ihnen das optimale Anästhesieverfahren besprechen. Eine Überwachung während und nach der Operation ist gewährleistet.

Nachbehandlung

Bei allen Fußoperationen ist eine differenzierte Nachbehandlung für einen nachhaltigen Operationserfolg erforderlich. Bei Weichteileingriffen wird eine stabile Vernarbung des Gewebes angestrebt, was im Allgemeinen 6 Wochen dauert. Wenn Knochen miteinander verwachsen müssen, so dauert dies in der Regel etwa 12 Wochen, wobei eine Ruhigstellungszeit von meistens 8 Wochen eingehalten werden muss. Weil die Geometrie des Fußes verändert wurde, sollten Sie Ihrem Fuß Zeit gönnen, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Gelegentlich kann hierfür eine Einlage hilfreich sein.

Schwellungen können auch längere Zeit anhalten, so dass Krankengymnastik und Lymphdrainage auch nach der Krankenhausentlassung fortgeführt werden sollen.

Für Ihre Operation(en) sind folgende Hinweise für die Nachbehandlung zu beachten:

Weichteileingriff:

Für 6 Wochen müssen Sie die Großzehe in der korrekten Position fixieren.
Dies kann mit einer elastischen Binde, die Sie selbst nach unserer Anleitung wickeln oder durch eine Bandage aus dem Sanitätshaus geschehen. Der Großzeh soll in normaler Stellung gehalten und so fixiert werden. Eine Überkorrektur soll dabei vermieden werden.

Über den Aussenrand beginnen – Zehe korrekt halten und 3x herumwickeln – fertig!

Chevronsteotomie:

Dieser Eingriff erlaubt Ihnen meistens, dass Sie im Vorfußentlastungsschuh mit starrer Sohle relativ schnell auftreten können. Dieser Schuh soll für 6 Wochen getragen werden. Anschließend wird ein Röntgenbild angefertigt, anhand dessen wir beurteilen, wie schnell Sie wieder
im Konfektionsschuh normal gehen können. Krankengymnastische Übungen und Lymphdrainage sollten für diese Zeit und eventuell noch länger durchgeführt werden.

 Vorfußentlastungsschuh mit starrer langer Sohle

Lapidusarthrodese:

Dieser Eingriff erlaubt Ihnen meistens, dass Sie im Vorfußentlastungsschuh mit starrer Sohle relativ schnell mit Hilfe von Unterarmgehhilfen auftreten können. Dieser Schuh soll für 8 Wochen getragen werden. Anschließend wird ein Röntgenbild angefertigt, anhand dessen wir beurteilen, wie schnell Sie wieder im Konfektionsschuh normal gehen können. Krankengymnastische Übungen und Lymphdrainage sollten für diese Zeit und noch länger durchgeführt werden, weil eine gewisse Schwellneigung noch bis zu 6 Monaten ab Operation auftreten können. Nur in Sonderfällen muß eine Gipsruhigstellung erfolgen.

Großzehengrundgelenksarthrodese:

Dieser Eingriff erlaubt Ihnen meistens, dass Sie im Vorfußentlastungsschuh mit starrer Sohle relativ schnell mit Hilfe von Unterarmgehhilfen auftreten können. Dieser Schuh soll für 8 Wochen getragen werden. Anschließend wird ein Röntgenbild angefertigt, anhand dessen wir beurteilen, wie schnell Sie wieder im Konfektionsschuh normal gehen können. Krankengymnastische Übungen und Lymphdrainage sollten für diese Zeit und ggf. noch länger durchgeführt werden.

OP nach Keller-Brandes:

Dieser Eingriff erlaubt Ihnen meistens, dass Sie im Vorfußentlastungsschuh mit starrer Sohle relativ schnell auftreten können. Nach 4 Wochen wird der Draht entfernt. Der Schuh soll für 6 Wochen getragen werden. Krankengymnastische Übungen