Behandlung von Hammerzehen ( Korallenzehen oder Klauenzehen )

Ursachen von Hammerzehen

Man kennt die Hammerzehen auch unter den Begriffen Krallenzehen und Klauenzehen, die kleinere Unterschiede beinhalten, aber insgesamt sehr ähnlich sind. Sehr häufig verdrängt ein Hallux valgus/Ballenfuß kleinere Zehen, die dann ausweichen müssen und als Hammerzehe imponieren. Auch Nervenschädigungen, z.B. nach Unfällen oder bei Diabetes können Krallenzehen verursachen.

Wie treten Hammerzehen in Erscheinung

Trotz der offensichtlichen Fehlstellung empfindet nicht jeder Mensch die Hammerzehen dies als krankhaft. Meist stört die Schwiele an der Fußrückenseite der betroffenen Zehe im Schuh. Die Strecksehnen sind verkürzt, so dass die Zehe nicht mehr ausgestreckt werden kann. Die Zehe wird dann von der Fußrückenseite her in Schuh nach unten gepresst, was Schmerzen verursachen kann. Es kann sogar zu Verrenkungsstellungen im Grundgelenk der Zehe kommen.

Diagnostik der Erkrankung

Eine sorgfältige klinische Untersuchung des Arztes und Röntgenbilder des Fußes, am besten unter Belastung, weisen den Weg zur korrekten Abschätzung Ihrer Erkrankung. Wichtig ist z.B., ob das Grundgelenk in Verrenkungsstellung steht und ob die Zehe noch komplett gebeugt werden kann.

Behandlung der Hammerzehen

Grundsätzlich sollten die Hammerzehen nur dann behandelt werden, wenn Beschwerden vorliegen. Eine konservative
(=nicht-operative) Therapie ist nicht dauerhaft Erfolg versprechend. Man kann weites bequemes
Schuhwerk, krankengymnastische Übungen, Einlagen und Korrekturbandagen einsetzen, um vorübergehend
Beschwerden zu lindern. Eine definitive Therapie ist dagegen operativ.

Die Operationsmethode

Der Hautschnitt ist zickzackförmig an der Fußrückenseite der Zehe bis in den Mittelfußbereich hinein. Bei der Hammerzehen-Operation wird ein abgestuftes Schema angewendet:

Strecksehnenverlängerung:

Weil diese Sehne nahezu immer verkürzt ist, wird sie z-förmig durchtrennt und am Ende der Operation werden die beiden Enden nebeneinander gelagert und spannungsfrei vernäht.

Verkürzung des Grundgliedes:

Das Grundgliedköpfchen wird ca. 3-5mm verkürzt

Arthrodese Mittelgelenk:

Die Basis des Mittelgliedes wird vom Knorpel befreit, so dass die beiden Knochenenden aufeinanderstehen, um so verheilen zu können. Alternativ wird die Situation so belassen und es bildet sich eine bindegewebige Narbe (Operation nach Hohmann).
>> „push-up-Test“: Jetzt drückt der Operateur von unten gegen den Mittelfußknochen („push-up“), so dass sich der ganze Fuß aufrichtet (es wird also ein Auftreten simuliert). Wenn in dieser Position das Grundgelenk korrekt steht, ist der Eingriff fertig.

evtl. Freilegung Grundgelenk:

Wenn im push-up Test das Grundgelenk nicht korrekt positioniert ist, muss es nun eröffnet werden. Dabei werden alle Verwachsungen gelöst und mit einem Spezialinstrument auch die fußsohlenwärts gelegenen Narben gelockert.
=> „push-up-Test“: Jetzt drückt der Operateur wieder von unten gegen den Mittelfußknochen. Wenn jetzt das Grundgelenk korrekt steht, ist der Eingriff fertig.

evtl. Verkürzung Mittelfußknochen:

Wenn im push-up Test das Grundgelenk immer noch nicht korrekt positioniert ist, handelt es sich um einen schwereren Fall. Hier wird unterhalb des Köpfchens des entsprechenden Mittelfußknochens ein schräger Sägeschnitt angelegt und das Köpfchen so verschoben, dass der gesamte Knochen kürzer wird. Eine Minischraube fixiert dies. Diese Maßnahme muß jedoch nur selten angewandt werden.

Drahtfixierung:

Am Ende des Eingriffs wird der gesamte Zeh immer mit einem dünnen Draht aufgefädelt und fixiert. Dies geschieht, damit die Weichteile in dieser korrekten Position stabil vernarben können. Wenn das Grundgelenk eröffnet wurde, so fixiert der Draht dieses mit.

Nachbehandlung der Hammerzehen

Bei allen Hammerzehenoperationen ist eine differenzierte Nachbehandlung für einen nachhaltigen Operationserfolg erforderlich. Sie erhalten einen Vorfußentlastungsschuh mit starrer Sohle für 4 Wochen. Jetzt ist der Draht nicht mehr nötig, weil die Weichteile vernarbt sind. Dieser steht an der Zehenkuppe minimal über, so dass er sehr einfach entfernt werden kann.

Schwellungen der Zehe können auch längere Zeit anhalten; sind jedoch harmlos. Krankengymnastik als Gangschulung, um das Abrollen zu verbessern und ggf. Lymphdrainage sollen nach der Drahtentfernung fortgeführt werden.